Leistung 02 / 08
Wir sanieren Gründerzeitwohnungen und Zinshäuser so, dass Stuck, Kastenfenster und Kassettentüren bleiben und die Haustechnik auf heutigem Stand ist.
Was wir machen
Wer in Wien einen Altbau sanieren will, hat es fast immer mit einem Gründerzeithaus zu tun: gebaut zwischen 1850 und 1918, Ziegelmauerwerk, Holzdecken, Raumhöhen über drei Meter. Diese Häuser sind robuster als ihr Ruf. Sie verzeihen aber keine Sanierung, die nach Neubau-Logik geplant wurde. Altbausanierung heißt bei S.A.G. Bau deshalb zuerst: den Bestand lesen, bevor wir etwas abreißen.
Die Decke entscheidet oft über das ganze Projekt. In Wiener Altbauten liegen meist Holzbalken- oder Dippelbaumdecken mit einer Beschüttung aus Schutt und Sand darüber. Wo jahrzehntelang ein undichtes Bad oder eine feuchte Außenwand war, sind die Balkenköpfe am Auflager oft morsch. Wir öffnen deshalb an den kritischen Stellen, bevor wir einen Preis nennen. Ist ein Balken angegriffen, wird er angelascht oder ausgewechselt, und ein Statiker rechnet die Lösung nach. Wer neue Fliesen oder einen schweren Estrich auf eine alte Holzdecke legen will, braucht diesen Nachweis ohnehin.
Kastenfenster sind das zweite typische Thema. In vielen Fällen ist Aufarbeiten besser als Tauschen: neue Dichtungen, nachgestellte Beschläge, frischer Anstrich, bei Bedarf ein besseres Glas im inneren Flügel. Das verbessert die Dämmung deutlich und erhält das Fassadenbild. In Schutzzonen ist ein Tausch gegen Kunststofffenster ohnehin selten bewilligungsfähig, und auch außerhalb verlangt die Hausverwaltung meist, dass die Optik zur Fassade passt.
Bei der Haustechnik wird im Altbau fast immer alles erneuert. Alte Steigleitungen aus verzinktem Stahl oder Blei, Elektrik ohne Schutzleiter und FI-Schalter, Gasthermen am Ende ihrer Lebensdauer. In einer Kernsanierung führen wir Wasser, Abwasser, Strom und Heizung neu. Die Steigleitungen im Stiegenhaus gehören allerdings zum allgemeinen Teil des Hauses. Dort braucht es die Abstimmung mit Hausverwaltung und Eigentümergemeinschaft, oft im Zuge einer Strangsanierung für das ganze Haus.
Feuchte Keller und nasse Erdgeschoßwände sind im Wiener Bestand der Normalfall, weil die meisten Gründerzeithäuser keine Horizontalsperre haben. Wir messen die Feuchte, bevor wir eine Lösung vorschlagen. Je nach Mauerwerk kommt eine nachträgliche Horizontalsperre per Injektion oder Mauersägeverfahren infrage, dazu Sanierputz, der Salze aufnimmt. Was wir nicht machen: feuchte Wände mit Dispersionsfarbe oder Vorsatzschalen zudecken. Das sieht drei Monate gut aus und schimmelt dann dahinter.
Zu den Behördenwegen: Was nur das Innere einer Wohnung betrifft und nicht ins Tragwerk eingreift, ist in Wien oft bewilligungsfrei. Sobald tragende Wände, Decken, die Fassade oder die Nutzung betroffen sind, braucht es eine Baubewilligung der MA37 nach § 60 Bauordnung für Wien, im Wohnungseigentum zusätzlich die Zustimmung der anderen Eigentümer. Wir klären das am Plan, bevor gebaut wird, und reichen bei Bedarf selbst ein. Mehr dazu auf der Seite zur Einreichplanung.
Die meisten Altbausanierungen laufen in Häusern, in denen andere Menschen wohnen. Das bestimmt den Ablauf: Stiegenhaus und Lift werden mit Platten und Folie geschützt, laute Arbeiten wie Stemmen und Abbruch legen wir außerhalb der Ruhezeiten und kündigen sie vorab über die Hausverwaltung an, Schutt wird in Säcken abgetragen und zeitnah abgeführt. So bleibt das Haus während der Bauzeit bewohnbar, und die Nachbarn wissen, woran sie sind.
Was wir gemacht haben, zeigen die Projekte unten: die Kernsanierung in der Liebhartgasse in 1160 Ottakring mit aufgearbeiteten Kassettentüren und komplett neuer Haustechnik, die laufende Altbauwohnung in 1090 Alsergrund mit Gewölbedecken und Travertinboden, und der Umbau einer Zahnarztpraxis am Pius-Parsch-Platz, bei dem der Mieterbetrieb im übrigen Haus weiterlief. Bei allen dreien führt ein konzessionierter Baumeister, kein Sanierungs-Vermittler.
Außerhalb Wiens sanieren wir Einfamilien- und Mehrparteienhäuser im niederösterreichischen Bestand, etwa im Raum Tulln und Mödling. Die Fragen sind ähnlich, die Behörde ist eine andere: In Niederösterreich entscheidet die Gemeinde nach der NÖ Bauordnung. Förderungen laufen über die Wiener Wohnbauförderung bzw. die NÖ-Wohnbauförderung und den Sanierungsbonus des Bundes. Wir prüfen im Erstgespräch, was für Ihr Haus infrage kommt.
Im Umfang
Ablauf
Bauteilöffnungen, Feuchtemessungen, Statikbegutachtung. Fotodokumentation des Ist-Zustands.
Schriftliches Konzept mit Maßnahmenplan, Kostenrahmen, Bauphasen-Logik. Förder-Optionen geprüft.
Einreichung bei MA37 / NÖ-Bauordnung. Förderanträge bei der Wohnbauförderung — wir kennen die Wege.
Sanierung im definierten Bauphasen-Plan. Bei Bedarf abschnittsweise im bewohnten Bestand.
Endabnahme, Förder-Abrechnung mit den Behörden, vollständige Projekt-Dokumentation für Sie.
Beispielprojekt

Sanierung · Wien
Kernsanierung einer Altbauwohnung in der Liebhartgasse, 1160 Wien Ottakring. Vollständige Entkernung der Bestandsinstallationen, neue Elektrik, Sanitär und Heizung, neues Bad mit Walk-in-Dusche, behutsame Aufarbeitung der historischen Stilkassetten-Türen.

Sanierung · Wien
Kernsanierung einer Altbauwohnung mit Gewölbedecken in 1090 Wien Alsergrund. Wände neu verputzt, Stuck und Wandpaneele gesetzt, historische Türstöcke erhalten, Elektrik neu — der Travertin-Boden wird gerade verlegt.

Umbau · Wien
Komplettumbau einer Zahnarztpraxis am Pius-Parsch-Platz im 21. Wiener Gemeindebezirk Floridsdorf. Vom Abbruch der Bestandsstruktur bis zur betriebsbereiten Übergabe in 7 Monaten als Generalunternehmer realisiert.
Häufige Fragen
Vollsanierungen einer Gründerzeit-Wohnung kosten 2026 in Wien typischerweise zwischen 1.500 und 2.800 € pro m². Teilsanierungen (Bad, Küche, Elektrik) starten bei rund 800 €/m². Genaue Zahlen erst nach Bestandsaufnahme — bei Altbauten gibt es keine Pauschalen, die ehrlich sind.
In Wien: Wiener Wohnbauförderung („SAN-Förderung”), Sanierungsbonus für thermische Maßnahmen, „Hauskauf-Sanierungspaket” für junge Eigentümer. In NÖ: NÖ-Wohnbauförderung, „Sanierungsscheck NÖ”, Bundesförderungen über die KPC. Wir prüfen alle Optionen für Ihr Projekt im Erstgespräch.
Bei Teilsanierungen ja — wir planen Bauphasen so, dass jeweils ein Bereich sanierungsfrei bleibt. Bei Vollsanierungen mit Eingriffen in Strom, Wasser und Boden ist ein temporärer Auszug realistischer und oft günstiger im Gesamtablauf.
Asbest- und PAK-Funde sind in Wiener Altbauten der 1960er bis 1990er nicht selten. Wir arbeiten mit befugten Schadstoff-Sanierern zusammen, dokumentieren Funde rechtssicher und stellen die Sanierung gemäß ÖNORM und ArbeitnehmerInnenschutzgesetz sicher.
Ja, wir haben Erfahrung mit Bauten unter Wiener Denkmalschutz und arbeiten in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt (BDA). Erforderliche Bewilligungen, Materialfreigaben und Restaurations-Detailplanungen werden mit den zuständigen Stellen koordiniert.
Nicht immer. Neue Böden, Bäder, Elektrik und Oberflächen ohne Eingriff ins Tragwerk sind in Wien meist bewilligungsfrei. Eine Baubewilligung der MA37 brauchen Sie, sobald tragende Wände oder Decken verändert werden, die Fassade betroffen ist oder sich die Nutzung ändert (§ 60 Bauordnung für Wien). In Eigentumswohnungen kommt die Zustimmung der Miteigentümer dazu, wenn allgemeine Teile wie Steigleitungen oder Fenster betroffen sind. Wir prüfen das vor dem ersten Stemmschlag.
Eine Kernsanierung einer 70- bis 90-m²-Altbauwohnung dauert realistisch 3 bis 5 Monate Bauzeit. Teilsanierungen wie Bad und Elektrik liegen bei 4 bis 8 Wochen. Ist eine Baubewilligung nötig, kommen 8 bis 16 Wochen Verfahren bei der MA37 vor Baubeginn dazu. Den größten Unsicherheitsfaktor haben Altbauten unter dem Boden: Ein morscher Deckenbalken verlängert die Bauzeit, deshalb öffnen wir vorher.
Ja, das ist im Zinshaus der Normalfall. Arbeiten an allgemeinen Teilen wie Stiegenhaus, Steigleitungen, Dach oder Fassade laufen bei bewohntem Haus, mit Ankündigung über die Hausverwaltung und Schutz der Gemeinschaftsflächen. Wohnungen selbst sanieren wir meist beim Mieterwechsel. Muss in eine vermietete Wohnung eingegriffen werden, etwa für einen Strang, stimmen wir Termine direkt mit den Mietern ab und halten die Unterbrechungen bei Wasser und Strom kurz.
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